Rettet das Welternährungsprogramm – Hunger-Pandemie durch Corona

Zu dem kürzlich veröffentlichten Bericht des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) in Rom erklären Anne Spiegel, designierte Spitzenkandidatin, und Misbah Khan, Landesvorsitzende:

Anne Spiegel: „Die Welt befindet sich nicht nur mitten in einer Corona-Pandemie, ihr droht auch eine Hunger-Pandemie, vor der das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ausdrücklich warnt. Hier müssen Deutschland und alle anderen europäischen Staaten unbedingt ihrer Verantwortung gerecht werden. Von Hunger in Folge von Corona sind diejenigen am meisten betroffen, die bereits vor der Pandemie durch Kriege, bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen und Fluchtbewegungen unter Mangelernährung gelitten haben. Durch die Pandemie brechen jetzt Hilfszahlungen weg, Lieferketten können nicht gewährleistet werden, Menschen in ärmeren Staaten verlieren Arbeit und Einkommensmöglichkeiten, ohne dass sie durch ein staatliches Netz aufgefangen werden können.“

Misbah Khan: „Wir appellieren daher an die deutsche Regierung, sich in der EU dafür einzusetzen, die ausbleibenden Gelder und die Finanzierungslücke zu schließen. Das Welternährungsprogramm der UN ist als weltweit größte humanitäre Organisation schon seit Jahren chronisch unterfinanziert. Die Bundesregierung muss sich dafür stark machen, für Hungerleidende weltweit den Zugang zu humanitären Hilfen zu sichern, der jetzt zusätzlich durch Covid-19 gefährdet ist. In den nächsten Wochen und Monaten wird der Klimawandel die Ernährungssituation durch zu erwartende Ernteausfälle, infolge von immer intensiveren Dürreperioden, noch zusätzlich verschärfen. Ernährungssicherheit zu garantieren bedeutet also – neben der Eindämmung der Konsequenzen der Corona-Krise – auch die weltweite Klimaerwärmung zu bremsen.“

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