Integration

Zu- und Abwanderung gab es schon immer. Das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft ist grundlegender Bestandteil unserer gesellschaftlichen Normalität. Zugewanderte Menschen haben viel zur wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Entwicklung beigetragen. Vieles, was uns gewohnt und vertraut vorkommt, ist nur deshalb so wie es ist, weil Wanderungsbewegungen unser Land von Beginn an geprägt haben. Die Bundesrepublik ist ein Einwanderungsland. Dass viele sich lange geweigert haben, dies anzuerkennen, ist die Ursache vieler Fehler und Versäumnisse, die unser gesellschaftliches Zusammenleben noch heute belasten.

Menschen mit vielfältiger Herkunft werden sich Deutschland zugehörig fühlen und Verantwortung übernehmen, wenn sie die Chance auf gleichberechtigte Teilhabe haben. Gelingende Integration macht unsere Gesellschaft offener, zukunftsfähiger, leistungsfähiger und letztlich lebenswerter. Die Erfahrungen mit bisherigen Zuwanderungsbewegungen zeigen, dass sich Integrationsprozesse nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten vollziehen. Integration braucht einen langen Atem.

Gute Integrationspolitik gelingt als Teil einer integrativen Gesellschaftspolitik. Möglichkeiten und Chancen dürfen nicht vom sozialen Status, dem Geburtsort, dem Bildungsgrad, dem Namen oder der Religionszugehörigkeit der Eltern abhängen. Gesellschaftliche Solidarität zeigt sich darin, wie wir unsere öffentlichen Institutionen durch interkulturelle Öffnung besser machen.

Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der zentrale Schlüssel für erfolgreiche Integration. Eine selbstverantwortliche Gestaltung des eigenen Lebens und des Alltags in Deutschland gelingt nur mit der deutschen Sprache. Weil der Bund auf diesem Feld seiner Aufgabe nicht gerecht wird, ein ausreichendes Kursangebot für neu Zugewanderte zu finanzieren, haben wir in Rheinland-Pfalz erfolgreich große Anstrengungen unternommen, die Lücke zu füllen.

Die weltweiten Fluchtbewegungen sind eine doppelte Herausforderung. Einerseits müssen wir der humanitären Verpflichtung gerecht werden, Schutz suchenden Menschen eine menschenwürdige Aufnahme und Versorgung zu bieten. Andererseits kommt es darauf an, dass wir im globalen Maßstab mit daran arbeiten, Fluchtursachen zu beseitigen.